Inhalt:
Auf der Basis einer Information des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ökologischer Landbau ist eine Landbewirtschaftung im Einklang mit der Natur.
Pflanzen werden vorbeugend gesund erhalten, auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln wird verzichtet.
Ökologisch wirtschaftende Landwirtinnen und Landwirte
- erhalten die Bodenfruchtbarkeit überwiegend aus den eigenen Kräften des Betriebes
- streben eine Kreislaufwirtschaft mit möglichst geschlossenen Nährstoffzyklen an
- nutzen die Kräfte der Selbstregulation im Ökosystem
- setzen keine chemischsynthetischen Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger ein
- verwenden keine Leistungsförderer wie z.B. Fütterungsantibiotika
- setzen keine gentechnisch veränderten Pflanzen ein.
Ökologischer Landbau
- ist besonders umweltfreundlich
- schützt Trinkwasser, Boden und Klima
- vermeidet Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln
- schützt seltene Pflanzen in besonderem Maße
- erhöht die Aktivität der Bodenlebewesen
- vermindert den Energieverbrauch und schont Rohstoffreserven
- ist klar geregelt durch Erzeugungs- und Verarbeitungsrichtlinien
- unterliegt staatlichen Kontrollen
- schafft und erhält Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.
Ökologische Produkte erkennt man
- durch Vermerke wie »Bio«, »Biologisch«, »kontrolliert biologischer Anbau«, »Öko«, »Ökologisch«, »ökologische Landwirtschaft« o,ä. in Verbindung mit dem amtlichen EU-Bio-Logo und der Angabe der EG-Kontrollstelle mit der Kontrollnummer (z. B. DE-ÖKO-001).
- durch die Verwendung des amtlichen deutschen »Bio«-Siegels
- durch Bezugnahme auf die EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 834/2007
- durch die Warenzeichen der Ökoverbände z.B. Bioland, Demeter, Naturland, ANOG.
Ökologisch erzeugte Produkte erhalte ich
- Im Hofladen auf dem Betrieb
- am Marktstand auf dem Wochenmarkt
- beim Biobäcker
- über das Gemüse-Abo vom Öko-Betrieb
- im Naturkostladen und Fachhandel
- im Lebensmitteleinzelhandel.
Ökologisch erzeugte Produkte besonders gesund
- Im ökologischen Landbau wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Daher enthalten ökologisch erzeugte Produkte in der Regel keine Rückstandsgehalte an Pflanzenschutzmitteln.
- Eine Rückstandsfreiheit von allen schädlichen Rückständen kann aber aufgrund der allgemeinen Umweltbelastung nicht gewährleistet werden.
- Ökologisch erzeugte Gemüse und Kartoffeln weisen in der Regel deutlich niedrigere Nitratgehalte auf.
- Bei Gemüse, vor allem Blattgemüse ist ein höherer Trockensubstanzgehalt in ökologisch angebauten Produkten festzustellen.
- Bei der Verarbeitung ökologisch erzeugter Produkte wird auf die Verwendung der meisten Lebensmittelzusatzstoffe verzichtet.
Außerdem:
- Verbraucherinnen und Verbraucher, die ökologisch erzeugte Produkte kaufen, unterstützten eine Landwirtschaft, die besonders umweltverträglich ist.
Ökologisch wirtschaftende Betriebe brauchen höhere Preise, da
- ihre Erträge niedriger,
- das Anbaurisiko größer,
- ihre Betriebe vielseitiger und
- die Arbeitsbelastung höher ist.
Verarbeitung und Handel brauchen größere Handelsspannen, da
- die Verarbeitung der Erzeugnisse eher in kleinen Handwerksbetrieben erfolgt,
- die Vermarktungsstrukturen sich noch im Aufbau befinden und
- Naturkostläden geringere Umsätze als große Handelsketten haben.
Wenn Ökoprodukte möglichst direkt, gering verarbeitet und jahreszeitlich angepaßt eingekauft werden, ist der Preisunterschied zu den anderen Lebensmitteln nicht mehr so groß.
Ökologischen Landbau durch
- Öko-Produkte werden von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum Endprodukt kontrolliert
- Dies ist in der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen) gesetzlich geregelt
- Staatlich zugelassene, private Kontrollstellen überprüfen erzeugende und verarbeitende Betriebe auf Einhaltung der oben genannten Verordnung
- Kontrolleure statten allen Betrieben jährlich mindestens einen Kontrollbesuch ab und besichtigen die Felder, Ställe und Verarbeitungseinrichtungen. Sie führen außerdem unangekündigte Inspektionsbesichtigungen durch und ziehen gegebenenfalls Proben. Sie überprüfen anhand der Aufzeichnungen den Warenfluß
- Die Betriebe füllen Kontrollberichte, Schlagkarteien und Stalltagebücher aus; sie müssen eine Betriebsbuchführung vorweisen
- Das Landesamt für Ernährungswirtschaft und Jagd des Landes NordrheinWestfalen überwacht die Arbeit der zugelassenen privaten Kontrollstellen.
Die Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Öko-Verordnung)
- regelt Erzeugung, Etikettierung und Kontrolle der ökologisch erzeugten Produkte,
- schützt die Verbraucher vor Täuschung: Begriffe wie »Biologisch« und »Ökologisch« dürfen in der Etikettierung nur verwendet werden, wenn die Produkte entsprechend der Verordnung erzeugt und überwacht werden,
- definiert den ökologischen Pflanzenbau,
- verbietet den Einsatz von chemisch-sythetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Eine Liste zugelassener Mittel legt fest, welche Pflanzenstärkungs- und Düngemittel eingesetzt werden dürfen,
- regelt die Umstellung vom konventionellen zum ökologischen Landbau und
- erlaubt die Kennzeichnung der Produkte mit dem Begriff »Bio« oder ähnliche Bezeichnungen und mit einer Kontrollnummer.
- schreibt zwingend die Verwendung des EU-Bio-Logos und die Angabe der Herkunft der Zutaten (EU, Nicht-EU oder beides) bei allen verpackten zertifizierten Bio-Produkten vor.