Soja - einfach gut

Die Sojabohne ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Erde. Seit rund 5000 Jahren wird sie in China und Japan hauptsächlich für die menschliche Ernährung angebaut. Schon damals wusste man, dass kaum eine andere Hülsenfrucht so reich an Nährstoffen ist wie die Sojabohne. Sie hat einen sehr hohen Eiweißgehalt (30 bis 50 Prozent), enthält bis zu 23 Prozent Kohlenhydrate und 24 Prozent Öl (Fette). Deshalb wurde sie in den 20er Jahren auch in den USA vorwiegend zur Ölgewinnung und als Eiweißgrundlage in Futtermitteln angebaut.

Sojabohnen aus kontrolliert biologischem Anbau

Im ökologischen Lebensmittelherstellung von Soja werden weder bei Anbau noch bei der Verarbeitung chemisch-synthetische Hilfsmittel verwendet. Auch Gentechnik kommt nicht zum Einsatz - denn wo keine Herbizide eingesetzt werden benötigt man auch keine herbizidresistenten Pflanzen.
Das Grundprinzip des biologischen Landbaus und der Naturkostherstellung basiert auf einem verantwortlichen Umgang mit der Natur. Neben gesundheitlichen Aspekten gilt auch der Grundsatz der Achtung für Mensch und Umwelt. Zusätzlich zu diesen selbstgewählten Kriterien unterliegen Anbau und Herstellung dieser Nahrungsmittel streng festgelegten Rechtsvorschriften. Eine europaweit gültige Kontrollfunktion stellen die Richtlinien der EG-Bio-Verordnung dar. Alle in Europa hergestellten sowie dorthin importierten Lebensmittel unterliegen dieser Verordnung, die auch eindeutig die Verwendung von genmanipulierten Rohstoffen und Saatgut untersagt. Sojabohnen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen heute hauptsächlich aus den USA und Kanada sowie aus den europäischen Ländern England, Frankreich und Österreich.
Seit einiger Zeit wird der biologische Sojaanbau auch in Deutschland praktiziert. Erste Projekte zeigen, dass trotz der klimatisch erschwerten Bedingungen ein regionaler Anbau möglich ist.

Tofu - mehr als ein Nahrungsmittel

Im Naturkostbereich werden Sojabohnen zwar auch ähnlich wie im konventionellen Bereich zu Öl und Lecithin verarbeitet. In erster Linie dienen sie jedoch der Herstellung von Sojaprodukten wie Sojasoße, Miso - und der wichtigsten Produktgruppe aus Bio-Soja: Tofu und den daraus zahlreichen daraus hergestellten Lebensmitteln.
Naturkost ohne Tofu, das wäre heute bereits ebenso wenig vorstellbar wie Italien ohne Pasta. Seit nunmehr 20 Jahren wird die Tofuherstellung auch bei uns in Deutschland von den Naturkostherstellern ökologischer Sojaprodukte erfolgreich praktiziert. Und warum der Tofu ein Grundbestandteil der Naturkostbranche geworden ist, das erklärt seine 2000 Jahre alte Kultur. 
In China und Japan und an
deren asiatischen Ländern sind die Sojabohnen und -produkte die Hauptgrundlage für die Eiweißversorgung der Menschen. Schon früh erkannte man, dass Sojabohnen über 33 Prozent mehr Eiweiß pro Hektar erbringen. Dadurch lässt sich sogar zwanzigmal so viel verwertbares Eiweiß erzeuge, wie bei der Nutzung der gleichen Landfläche für die Tierhaltung oder zum Tierfutter-Anbau. 
Soja enthält mehr Eiweiß als viele andere pflanzliche oder tierische Nahrungsmittel. Im Vergleich zu tierischem Eiweiß enthält Sojaeiweiß alle acht essentiellen Aminosäuren in einer Zusammensetzung, die der menschliche Organismus direkt verwerten kann. Zudem enthalten Sojaprodukte wie Tofu kein Cholesterin und nahezu keine der relativ unverdaulichen, gesättigten Fettsäuren, wie sie in den meisten tierischen Nahrungsmitteln zu finden sind. 
Mit der Erkenntnis über die wohl einzigartigen Qualitäten der Sojabohne wuchs auch das Gefühl der Ehrwürdigkeit, welches noch heute in Japan lebendig ist und durch die Sprache »o-Tofu«, was soviel wie ehrwürdiger Tofu bedeutet, ausgedrückt wird. 
Die Jahrhunderte schöpferischen Bemühens, Nahrungsmittel aus Sojabohnen herzustellen, haben schließlich auch im Westen immer mehr Anerkennung gefunden. Heute ist Tofu auch bei uns ein eigenständiges Nahrungsmittel geworden, dessen Verwendungsmöglichkeiten denen von Fleisch- und Milchprodukten ebenbürtig sind.

Ökologisch sinnvoll, gesund und natürlich

Der Anstoß hierfür wurde von der Naturkostbewegung und dem damit verbundenen ökologischen Bewusstsein gegeben. Ein weiterer entscheidender Aspekt, der die Tofuherstellung immer bedeutender machte und weiterhin macht, liegt wohl in den Folgen des bisherigen Fleischkonsumverhaltens und dessen Konsequenzen für Mensch, Tier und Umwelt und den damit veränderten Ernährungsgewohnheiten begründet. Wie dem auch sei, erfreulich, dass sich somit ein zunehmend ökologisches Bewusstsein entwickelt, wodurch sich das übersättigte Verständnis von Lebensmittelkonsum neu, hin zu einer gesunden und natürlichen Ernährung definiert.
Dass Sojaprodukte nicht nur preiswerte und reichhaltige Nahrungsmittel sind, sondern auch einen hohen gesundheitlichen Wert besitzen, beruht nicht nur auf dem uralten Wissen der asiatischen Kulturen, sondern ist wissenschaftlich und medizinisch bereits lange erwiesen.
Tofu ist heute für die rapide ansteigende Zahl von Menschen im Westen, die sich für eine fleischlose oder vollvegetarische Kost entschieden haben, ein wichtiger Bestandteil für die lebensnotwendige Eiweißversorgung geworden. Darüber hinaus ist Tofu ein ausgezeichneter Lieferant von Kalzium, Magnesium und Eisen sowie von essentiellen Vitaminen der B-Gruppe und dem fettlöslichen Vitamin E.
Tofu enthält einen bemerkenswert hohen Grad an Linolsäure, einer der wichtigsten mehrfach ungesättigten, essentiellen Fettsäuren, die der Organismus nicht selbst aufbauen kann. Linolsäure hat die wichtige Aufgabe, Cholesterin- und andere Fettsäureablagerungen in Arterien und Organen aufzulösen und auszuscheiden. Dies ist der Grund, warum Sojaprodukte häufig bei Herz- und Kreislauferkrankungen sowie bei einem erhöhten Cholesterinspiegel empfohlen wird, um die Gefahr der Verengung der Blutgefäße zu verringern.
Tofu ist leicht bekömmlich und basisch und somit ein wertvolles Nahrungsmittel für jung und alt. Auch für Sportler ist eine Eiweißversorgung durch Tofu besonders empfehlenswert, da das pflanzliche Eiweiß den Körper nicht belastet, keine Ablagerungen in den Gelenken bildet und völlig ausreicht um sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Darüber hinaus ist Tofu eine Alternative bei Allergien gegen tierisches Eiweiß oder Gluten (Weizenprotein) sowie bei Lactose-Unverträglichkeit bei Säuglingen und Kleinkindern.