Hintergrund-Interview: Pflanzliche Ernährung bedeutet Freiheit

Vom Musiker zum Tofumacher – die Karriere des Viana-/Tofutown-Gründers Bernd Drosihn steht so in keinem Bilderbuch. Im Herbst letzten Jahres übernahm das in der Eifel ansässige Unternehmen einen Teil der vegetarischen  Feinkostproduktion der De-Vau-Ge in Lüneburg.

Auf der BioFach wird Tofutown deshalb in diesem Jahr nicht präsent sein – es gibt genug anderes zu tun, in der Eifel und in Lüneburg sowieso. In einem Hintergrund-Interview für die Bio-Branche erzählt Bernd Drosihn von seiner Begeisterung für pflanzliche Ernährung und Musik, warum er keine Umsatzzahlen mag und beantwortet die Frage, ob Tofutown die Weltherrschaft anstrebt.

Gab es für Dich ein Leben vor dem Tofu?

Klar. Meine Mutter hieß nicht Tofu sondern Gertrud und so bin auch ich als kleiner Stinker und nicht als kleiner Räuchertofu auf die Welt gekommen. Mein Leben vor dem Tofu in Stichworten: Geboren, Aufgewachsen, Schule, Zivildienst, Klarinette und Komposition studiert und gleichzeitig 1000 Jobs (u. a. Chlorfabrik, Zimmermädchen, Nachtportier, Pralinensortierer, McDonald‘s, Bioladen-Aushilfe, Tanzmusiker), dann Graffitisprüher, Saxophonist bei gefühlten 100 Bands, irgendwann Tofumacher. Kurz, ein Leben Marke Eigenbau.

Von der Musik zum Tofu...welche Rolle spielt Musik heute noch für Dich?

Ich bin Musik-Freak und werde es bleiben. Es gibt zwei Sachen die mich emotional packen, dass sind pflanzliche Lebensmittel und Musik. Unsere kleine Firma gönnt sich ein eigenes Label namens »Tofumusic«. Im nächsten Jahr kommen weitere CDs und Videos raus.

Du hast Deine Wurzeln in der Alternativ- und Kollektivszene, aus der die Bio-Branche entstand. Die Legende sagt, Du bist damals sogar einmal wegen Tofumacherei verhaftet worden...stimmt das?

Wir wurden als Tofumacher in den frühen 80ern des letzten Jahrhunderts in der Tat staatsanwaltlich verfolgt. Deutschland ist echt witzig: Unbekanntes weißes Vegetarisches war heftig verboten, Tofu einfach zu lecker für die deutschen Fleischminister. Ich ganz persönlich war allerdings vor allem wegen Kriegsdienstverweigerung, in Bayern hieß das »Böföhlsverweigeruang«, und wegen Graffitisprühen in Tateinheit mit komischen bunten Haare jeweils ein paar Tage im Knast. Wegen Tofumachen bin ich nur einmal ganz kurz festgenommen worden. Meine Tochter wurde einst von der Lehrerin in der ersten Klasse gefragt, was denn die Eltern so machten. Sie antwortete wahrheitsgemäß: ihr Papa wäre schon drei Mal im Gefängnis gewesen. Sie ist damit eindeutig in Führung gegangen. Ich pflege einen offenen Umgang mit meinen Jugendsünden. Unten ist das wahre Oben.

Du hast mir mal erzählt, dass Du schon als Kind kein Fleisch mochtest und wurdest früh Vegetarier. Jetzt lebst Du schon seit ein paar Jahren vegan. Bist Du fit?

Ich pfeife aus dem letzten Loch (nein nicht wirklich!). Vegetarier bzw. Veganer zu sein ist für mich eine Lust und keine ganz so große Aufgabe wie für andere, weil wir als Firma ohnehin die köstlichsten pflanzlichen Produkte machen, die es gibt und ich sie jeden Tag probieren muss. Ich bin also gut genährt und auch ansonsten ziemlich fit. Ich habe einen Cholesterinwert wie ein Baby und kann alles an mir drehen und wenden, mich quasi Sandra-Bullock-mäßig biegen wie eine Brezel. 

Ihr entwickelt immer wieder Produkte, die so dermaßen täuschend echt sind, dass man sie Fleischessern ohne Weiteres unterschieben kann. Ist das nicht eigentlich widersprüchlich?

Sie sind nicht täuschend echt. Sie sind viel leckerer. Zwei Antworten: Die deutsche Ernährung wird ganz schlicht vom Fleisch bestimmt. Als ich geboren wurde, haben wir in Deutschland 5 Kilo Fleisch pro Nase und Jahr gegessen. Heute sind es fast 100 Kilo. Heißt konkret: Der Fleisch- und Wurstkonsum hat sich in den letzten 50 Jahren schlicht verzwanzigfacht. Die Folgen spüren wir am eigenen Leib und auf unserem Planeten. Aber Fakt heute ist nun mal, die Deutschen essen Fleisch (oder eben Bio-Fleisch) und außerdem massenweise andere Tierprodukte. Unsere Ernährung besteht aus Fleischbutterbutterbutterkäsewursteier. Und genau da brauchen wir Alternativen.
Zweitens: Die Sachen, die wir machen, sind teilweise von der Form her sehr fleischähnlich: Würstchen, Burger, Gehacktes, Aufstriche, Sandwichpasteten, Schnitzelchen, Nuggets, pflanzliches Schmalz und so weiter. Aber es ist eben nur die Form, der Inhalt ist ein völlig anderer und sogar viel leckerer. Das ist wie mit einer CD. Auf dem Träger kann Miles Davis oder die Wildecker Herzbuben drauf sein. Die CD ist die nur die Form. Uns kommt es auf die Inhalte an. Als Vegetarier willst Du ja auch nicht diskriminiert werden und auf einer Grillparty eine Möhre auf den Rost legen, ein cooles Tofu-Würstchen ist da doch viel schicker. Oder, anders gesagt: »Rette einfach ein paar Bio Schweine, indem Du sie nicht ständig tot als Aufschnitt kaufst und alles ist in Tofu-Butter«. 

Milch und Fleisch sind doch naturbelassene Lebensmittel, Milch- und Fleischalternativen aus Soja und Weizen sind streng genommen verarbeitete Produkte. Warum sind sie gesundheitlich trotzdem besser?

Milch und Fleisch »naturbelassen«? Der ist gut. Genauso könnte man behaupten, die Schwerkraft gilt nicht mehr. Kühe verspeisen Pflanzen, wie z.B. Soja und Weizen, und wenn es nicht gerade Bio-Kühe sind dazu auch noch viele Tierarzneimittel und in ihrem eigenen, sehr komplexen Stoffwechsel findet ein wirklich ganz enormer Verarbeitungsprozess statt. Die Kuh-Muttermilch, die dabei entsteht, hat die »Natur« übrigens nicht etwa für die Säugetierspezies namens Mensch vorgesehen, sondern eben für die eigenen Kälber. Kühe, auch Bio Kühe, sind hochgezüchtete dauergebärende Kuhmuttermilchballons die immer kurz vor dem Platzen stehen. Wir Menschen nehmen ihnen die Kinder weg und verarbeiten sie zu Hackfleisch. Mit Natur hat das ganz wenig zu tun, finde ich persönlich. Ein Viana Produkt hat im Durchschnitt zirka 10 Zutaten. Ich habe letzte Woche eine Bio-Fleisch Frikadelle im Kühlregal gesehen, die hatte glatt doppelt so viele. Tofumachen ist übrigens kein Hightech-Verfahren sondern ein ganz einfacher, traditioneller Prozess, der Klima und Ressourcen schont. Überall auf der Welt machen Menschen in ihren ganz normalen Küchen zu Hause Tofu, nicht nur in Asien.

Als nicht unwesentlicher Mitverursacher des Klimawandels gerät unser Fleischkonsum immer stärker ins Visier. Wäre der Welt geholfen, wenn wir alle Vegetarier würden?

Fleisch produziert mehr klimaschädliche Emissionen als alle Autos und Flugzeuge zusammen. »Alle werden Vegetarier und dann ist alles gut« ist leider ein ziemlich unrealistischer Vorschlag, aber jedes einzelne Kilo Fleisch oder Bio Fleisch, das weniger gegessen wird, hilft, den Planeten zu kühlen. Ich persönlich finde, dass die von Paul McCartney zusammen mit dem Weltklimarat gestartete Aktion »Meatless Monday« bzw. »Less Meat Less Heat« sehr sinnvoll ist. Rechnerisch kriegen wir den Planeten satt und etwas kühler, wenn wir alle nur 15 Prozent weniger Fleisch essen. Wenn die Menschheit weiter wächst was sie tun wird, müssen wir rangehen und langfristig noch mehr erreichen, aber 15 Prozent sind schon ein tapferes Ziel. Wenn wir alle einen Tag in der Woche bewusst kein Fleisch essen würden, würde es uns allen viel besser gehen. Einige Städte und das niederländische Parlament haben bereits so einen fleischfreien Tag ausgerufen und ich vermute, es werden immer mehr werden. Pflanzen sind das Geheimrezept für die Gesundung unseres Planeten. Pflanzen sind die viel besseren Tiere, wenn es um Ernährung geht. Wir Menschen managen mit unserer Ernährung die eigene Gesundheit und die des Planeten. Was wir einkaufen, bestimmt über unser aller Zukunft. 

Du bist überzeugter Vertreter einer rein pflanzlichen Ernährung. Welcher Aspekt ist für Dich wichtiger, der persönliche oder der globale?

Beide gleich – plus Tierschutz. Tiere sind Freunde und keine Speisen.

Mittlerweile beschäftigt Tofutown in der Vulkaneifel 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Müssen die mit dem Arbeitsvertrag unterschreiben, dass sie Vegetarier sind? 

Da sie ohnehin in Naturalien bezahlt werden, bleibt ihnen kaum was anderes übrig...kleiner Scherz. Gut zwei Drittel sind keine reinen Vegetarier, aber alle lieben Viana Produkte.
 
Was mache ich, wenn es mich als Viana-Fan und Veganer ins Ausland verschlägt?

Weinen! Zum Trost: Es gibt dort auch noch ein paar andere Hersteller und sogar im Ausland das ein oder andere Viana Produkt.

Euer Sortiment in der Eifel umfasst mittlerweile 60 Produkte – stellt Ihr die wirklich alle her oder kauft Ihr manches einfach ein?

60 Kollegen in der Eifel und 60 Produkte. Jeder macht Eines. Nein, wir überlassen das Handeln gerne den kompetenten Bio-Groß- und Einzelhändlern und den Markenfirmen die herstellen »lassen«, wie es so schön heißt.

Gerade habt Ihr den Produktionsbereich vegetarische Feinkost von der DE-VAU-GE-in Lüneburg übernommen. Wie kam es dazu?

In der Eifel waren wir am Rande unserer Kapazitäten angekommen. Ein Neubau wäre teuer, risikoreich und schwer zu finanzieren gewesen. So kam die Sache mit Lüneburg eigentlich wie gerufen.

Hattet Ihr denn vorher schon Kontakte zur De-Vau-Ge?

Ja die gab es. Kontakte zur De-Vau-Ge und deren Prinzipal Michael Makowski bestehen schon seit den 80er Jahren, als   er mit einem verrückten Professor aus Hannover Tofu-, Sojamilch- und Sojajoghurt Versuche gemacht hat. Damals habe ich mir ein paar Mal die relativ großen Anlagen in Lüneburg angeschaut. Der Kontakt ist seit dem lose weitergeführt worden und wir sind, trotz Wettbewerbssituation, immer sehr gelassen miteinander umgegangen. Für die »Reformtochter« Granovita der De-Vau-Ge machen wir schon seit einigen Jahren ein sehr erfolgreiches Private Label, nämlich unsere aufschlagbare Sojasahne, und derzeit bauen wir diese Zusammenarbeit moderat aus. Als das Thema Verkauf des Bereichs Vegetarische Feinkost im Zuge der Neuausrichtung der De-Vau-Ge aufkam, war es deshalb logisch, uns anzusprechen.

Hat sich die De-Vau-Ge im Gegenzug bei Tofutown beteiligt?

Nein. Wir sind unabhängig.

Es heißt, die De-Vau-Ge sei ein sehr komplexes Gebilde, bekommt Ihr davon was mit?

Ja, das ist ja der eigentliche Grund für die Neuausrichtung und Konzentration aufs Kerngeschäft, die bei der De-Vau-Ge jetzt stattfindet. Selbst der – im Vergleich zu den Restaktivitäten der De-Vau-Ge mikroskopisch kleine – Teil, den wir übernommen haben, ist, was die Produkte und Sortimente angeht, sehr vielschichtig und unübersichtlich. In meinem ganzen langen Tofumacher-Leben bin ich zum Beispiel mit zwei Verpackungs-Formaten ausgekommen, was Tiefziehfolienmaschinen angeht. Bei den Verpackungsanlagen der De-Vau-Ge hat jede einzelne zirka zehn unterschiedliche Formate mit variierenden Schneidungen. Es ist also eine schöne Aufgabe, das Ganze zu organisieren.

Hat die Übernahme Konsequenzen für das Stammhaus in der Eifel? Wie reagieren die Kollegen und die Bewohner?

Positiv. Es gab natürlich schon früh gegenseitige Besuche der operativen Leute, die sich gut verstehen. Lediglich unsere Eifel-Banker fremdeln ein bisschen, aber ansonsten gibt es erfrischende Reaktionen. Zumal es sehr nette neue Kollegen sind, die schon viel erlebt haben. Die Mentalität der Leute ist an beiden Standorten ähnlich, auch in Lüneburg gibt es einen großen Pionier- Durchstart- und Anpack-Geist. Wir sind jetzt mit Frau, Mann und Maus etwa 110 Leute statt vorher 60, das ist schon eine große Steigerung aber eben auch keine wahnsinnige Aufblähung.

Was sagen die neuen Kollegen in Lüneburg zu Tofutown und Dir persönlich?

Ich könnte jetzt sagen, sie sind komische Chefs gewohnt, denn auch die De-Vau-Ge Leute waren ja Überzeugungstäter. Insgesamt sind wir, das muss ich von meiner Seite aus sagen, sehr gut klargekommen und von den möglichen neuen Mitarbeitern, die wir angesprochen haben, sind alle zu uns mit rübergekommen, obwohl sie bei der De-Vau-Ge hätten bleiben können. Sie waren sofort mit Eifer bei der Sache und auch etwas befreit und fühlen sich bereits zu Hause. Der Vertrauensvorschuss Tofutown und mir gegenüber ist enorm und dafür möchte ich mich wirklich bei allen neuen Kollegen ausdrücklich bedanken. Genau das hat die Übernahme für mich selbst sehr leicht und in sich geschlossen und logisch gemacht. Der Eindruck, den wir »alten« Tofutowner haben, ist, dass alle sehr froh sind, ihren gewohnten Arbeitsplatz zu behalten, und jetzt gerne unter neuer Flagge durchstarten wollen. Wir können dadurch schnell Geschwindigkeit aufnehmen. Diejenigen, die nicht zu uns kommen können, bleiben übrigens zu vergleichbaren Konditionen bei ihrem alten Arbeitgeber.

Wie sieht es aus mit Umsatzzahlen?

Dazu sagen wir traditionell nichts. Es gibt keine unabhängig erhobenen, verlässlichen Zahlen für den Bereich »Vegetarische Produkte« oder »Bio-Tofu« sondern nur Selbstbehauptungen von einigen Marktteilnehmern, und in dieses Konzert wollten wir früher nie und wollen wir auch in Zukunft nicht mit einstimmen. Wir bejubeln aber natürlich die »Größten« und »Führenden« egal ob National oder International sowie sämtliche »European- und/oder World leaders«. Ich finde es übrigens wirklich ganz toll, dass es Tofu und Sojamilch mittlerweile in fast jedem Laden auf der ganzen Welt gibt!

Wo ordnet Ihr Euch im Gesamtbild der Bio-Branche ein?

Wir sind in der Eifel so schnell gewachsen, so dass wir die neuen Menschen und Maschinen in Lüneburg wirklich gut gebrauchen können. Durch die Übernahme haben wir logischerweise zusätzliche Umsätze, aber wir sind und bleiben mit 110 Leuten ein überschaubarer Laden. Ich würde es mal so formulieren: Wir sind und waren kein klitzekleiner, aber eben auch kein ganz großer Hersteller. Bisher haben wir uns immer gut zwischen dem naiven Dickicht und bekloppten Hochmut unserer Bio Branche verstecken können. Das wird wohl zukünftig nicht mehr ganz so einfach sein. Der Markt wird von unserer Neuerwerbung nicht viel merken, da ja keine zusätzliche Kapazität oder ein neuer Produzent auftaucht, sondern es im Wesentlichen so bleibt, wie es ist. Es gilt, was in unserem Portrait steht: Wir sind die weltweit bestaussehendsten Tofumacherinnen und Tofumacher (und auch die neuen Lüneburger Kolleginnen und Kollegen sehen alle fantastisch aus). Ich ganz persönlich finde dieses ständige Produzieren von Gewinnern und Verlierern doof. Ich war schon in der Schule jämmerlich und habe mein schmerzhaft erkämpftes Abiturzeugnis bis heute nicht abgeholt. Später war ich eben Saxophonist, und jetzt bin ich Tofumacher, reich durch Erfahrung und ein wundervolles Leben, das nicht ganz nach klassischem Patent gemeißelt wurde, aber eben nicht durch Umsätze.

Zurück nach Lüneburg Ihr habt nur etwa 50 Mitarbeiter übernommen und auch nicht den Bereich Babykost, der in dem übernommen Betriebsteil hergestellt wurde. Was sind die Gründe?

»Nur« ist gut. Von Babykost haben wir keine Ahnung, deswegen ist es sehr viel sinnvoller, dass Spezialisten das weiter machen. Wir haben, wie Du schon sagst, »nur« 50 Mitarbeiter übernommen, weil wir auch nicht alle Produkte und alle Kunden übernommen haben. Es ist uns sehr wichtig, dass wir uns nicht überreißen. Wir machen nur das, was wir gut können.

Du machst das seit über zwanzig Jahren und hast offensichtlich immer noch Spaß daran. Dein Geheimnis?

Es sind schon 30 Jahre. Ich brauche Aufgaben und ich liebe Reibung. Deutschland mit Tofu zu beschmeißen und mit Sojamilch, Free Jazz, Punk und Graffiti zu begießen, das macht mir einfach Spaß. Außerdem bin ich Aktiv-Entspanner und kann mich ganz schlecht nur zu Hause hinlegen. Ich lebe lieber wild und gefährlich.

Du hast ein Buch über Deine frühen Erlebnisse als Tofumacher geschrieben. Wann kommt das raus?

Der Verlag sagt, im Frühjahr.

Wo stehst Du, bzw. Tofutown in zwanzig Jahren? Planst Du die Weltherrschaft?

Sehr gute Idee, denke ich drüber nach. Die Weichen, Schwachen und Defensiven werden die Steifen und Starren besiegen. Keine gute Nachricht für die »Deutschen Beamten« und die »Bundeswehrpolitiker«. Morgen früh muss ich aber dann allerdings aber erst mal damit anfangen,mich selbst zu beherrschen. Im Ernst, meine Aufgabe sehe ich ganz schlicht darin, gute vegetarische Produkte als Alternative zu Fleisch und Milch anzubieten. Ich sehe keinen Erziehungsauftrag für mich oder Tofutown insgesamt. Menschen wollen frei sein. Tiere übrigens auch. Sich pflanzlich zu ernähren, das bedeutet Freiheit in vielerlei Hinsicht und darauf kommt es an.

Interview: Jeanine Tovar